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Pflegebedürftig, Was ist zu tun?

Für viele stellt sich vorab die Frage, was Pflegebedürftigkeit eigentlich ist. Im Sinne des Sozialgesetzbuches XI ist der- bzw. diejenige Pflegebedürftig, die (bzw. der) wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die Verrichtung des täglichen Lebens auf Dauer auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Was ist zu tun?

Unsere Infothek soll Ihnen dabei helfen, einen schnellen Einstieg in die wichtigsten Bereiche rund um das Theme „Pflege“ zu finden. Denn im Falle einer Pflegebedürftigkeit ist es wichtig, schnell die nötigen Informationen in Erfahrung zu bringen.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, zögern Sie nicht! Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns!

Die Pflegeversicherung

In diesem Teil geht es um eine kurze Definition der Pflegeversicherung: Die Pflegeversicherung ist am 1. Januar 1995 in Kraft getreten und kann als eine Art „Teilkasko-“ Versicherung (ähnliches Prinzip wie bei der Autoversicherung) angesehen werden, da bei dieser Versicherung ein Teil der durch Pflege entstandenen Kosten ausgeglichen werden.

Die Pflegeversicherung stellt somit eine soziale Grundsicherungen dar, die eine Form von unterstützender Hilfeleistungen ist.

Leistungen der Pflegeversicherung

Welche Leistungen von der Pflegekasse erbracht werden hängt von einigen Faktoren ab: Findet die Pflege beispielsweise zu Hause (ambulant) oder stationär statt? Darüber hinaus können Leistungen sowohl in Form von Geld- als auch in Sachleistungen erbracht werden. Eine Kombination aus beiden Varianten ist selbstverständlich auch möglich.

Darüber hinaus werden unter anderem folgenden Leistungen erbracht:

> Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson
> Tages- und Nachtpflege
> Kurzzeitpflege
> Vollstationäre Pflege
> Pflegehilfsmittel
> technische Hilfen
> Pflegekurse für Angehörige
> Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson
> Betreuungsleistungen für Demenzerkrankte

Wo wird der Antrag auf Pflegeleistungen gestellt?

Der Antrag auf Pflegeleistungen muss bei Ihrer Pflegekasse gestellt werden. Anmerkung: Sollte es sich in Ihrem Fall um eine erstmalige Pflegebedürftigkeit handeln, bei welcher Sie einen Antrag stellen, so hat Ihre Pflegekasse die Pflicht Ihnen einen konkreten Beratungstermin anzubieten.

Wie erhalte ich eine Pflegestufe?

Um eine Pflegestufe zu erhalten müssen Sie diese bei der Pflegekasse beantragen. Daraufhin wird der MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) durch die Pflegekasse beauftragt, und besucht sie in ihrer häuslichen Umgebung, um dem Umfang des Pflegebedarfs zu ermitteln. Danach erhalten Sie die Einstufung in die jeweilige Pflegestufe.

Beginnende Demenz? was nun?

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, welche mit dem Verlust der geistigen Funktionen wie beispielsweise Denken, erinnern, Orientierung sowie Verknüpfung von Denk Inhalten einhergehen. Die Krankheit führt dazu, dass die alltäglichen Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Leider gibt es bis dato keine Lösung, die Demenz langfristig aufzuhalten. Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses kann jedoch verlangsamt werden. In Betreuungsverein gibt es Hilfe und Beratung für die Umgehensweise mit demenziell erkrankten Menschen. Sollten Sie auf diesem Gebiet Hilfe oder Rat benötigen sprechen Sie uns gerne an.

ambulante Pflege ohne Pflegestufe?

Selbstverständlich können Sie die ambulante Pflege auch dann in Anspruch nehmen, wenn sie keine oder noch keine Pflegestufe haben. Für die erbrachte Leistung erhalten Sie am Ende eines Abrechnungszeitraumes eine Rechnung. Welche Leistung in Anspruch nehmen, wird stets in einem ausführlichen Gespräch gemeinsam mit ihnen erörtert. Übrigens: Unter gewissen Umständen ist eine Kurzzeitpflege seit 2016 auch ohne Pflegestufe möglich. Als versicherte Person, die schwer erkrankt, ambulant operiert oder lange Zeit im Krankenhaus gelegen hat, bekommen Sie Unterstützung. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie sich nicht selbst versorgen können.

Was ist bei der Grundpflege zu beachten?

Die Basis der Grundpflege bildet das soziale Pflegegesetz. Die Grundpflege richtet sich nach dem Leistungskatalog sowie der jeweiligen Pflegestufe des Patienten. Die Einstufung erfolgt durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Der Patient bzw. die Angehörigen können anschließend die benötigten Leistungen zusammenstellen. Für eine optimale Leistungszusammenstellung erfolgt ein Erstbesuch, bei welchem der Patient / Angehörige von den leitenden Mitarbeiterinnen unseres Pflegedienstes beraten wird und die erforderlichen Pflegeleistungen abgesprochen werden.

Kann ich mir einen Pflegedienst leisten?

Häufig haben Bedürftige bzw. deren Angehörigen die Sorge, dass der Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes die Rücklagen aufzehrt. Bei richtiger Vorgehensweise ist dies jedoch nicht der Fall. Zum einen stehen Ihnen mit Erhalt einer Pflegestufe Leistungen aus Kranken- und Pflegekasse zu. Zum anderen werden ihre individuellen finanziellen Verhältnisse berücksichtigt und Sie erhalten gegebenenfalls Leistungen aus der öffentlichen Hand wie die Hilfe zur Pflege.

Wie und wo stelle ich den Antrag?

Ein Antrag bei der Pflegekasse kann formlos gestellt werden. Es wurden aber von den einzelnen Kassen auch Formulare entwickelt, die Ihnen die Antragstellung erleichtern sollen. Fragen Sie am besten bei Ihrer Kasse nach.

Was muss man beachten bei der MDK-Prüfung?

Der Gutachter (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) erhält während seines Besuchs lediglich einen Einblick in die Lebens- und Pflegesituation des Antragstellers. Je besser Sie sich auf diesen Termin vorbereiten, umso größer ist die Chance auf ein Gutachten, das dem tatsächlichen Pflegebedarf entspricht.

Folgende Punkte sollten Sie auf dem Schirm haben:

> Halten Sie folgende Unterlagen bereit: alle Arzt- und Krankenhausberichte, die die Krankengeschichte aufzeigen und den Pflegeaufwand beschreiben

> Medikamentenliste (die Sie täglich einnehmen), an die benötigten Hilfsmittel für die Begutachtung denken

> Informieren Sie den Gutachter über regelmäßige Behandlungen, z.B. Krankengymnastik

> Bitten Sie Ihre Pflegeperson bei der Begutachtung anwesend zu sein. Falls Sie bereits durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden, legen Sie die Pflegedokumentation bereit und bitten Sie einen Mitarbeiter des Pflegedienstes bei dem Termin dabei zu sein

Wichtig: Falsche Scham oder Bescheidenheit sind unangebracht. Verharmlosen oder beschönigen Sie Ihre Hilfsbedürftigkeit nicht, dies könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass keine oder zu wenig Leistungen gewährt werden.